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Hintergrundinformation

Gesundheitsgefährdungen durch Cyanobakterien und ihre Toxine

Cyanobakterien sind häufig giftig. Dies zeigen Ergebnisse aus Tierversuchen sowie Beobachtungen an Vieh und Wildtieren, die nach dem Tränken an Gewässern mit Cyanobakterien-Massenentwicklungen („Blaualgenblüten“) verendet sind. Auch werden Erkrankungen von Menschen auf Cyanobakterien zurückgeführt.

Cyanobakterien enthalten eine große Bandbreite verschiedene Wirkstoffe, und einige davon sind sehr giftig. Je nach ihrer Wirkung lassen sich diese „Cyanotoxine“ einteilen in Hepatotoxine (Lebergifte), Zytotoxine (Zellgifte), Neurotoxine (Nervengifte), sowie entzündlich wirkende und hautreizende Substanzen. Zudem gibt es für einige (dieser) Stoffe aus Cyanobakterien Hinweise auf Gentoxizität und dafür, dass sie Tumorwachstum auslösen oder fördern. Darüber hinaus werden nach Kontakt mit Cyanobakterien oft unspezifische Symptome wie Reizungen oder allergische Reaktionen von Haut, Verdauungstrakt, Atemwegen, Augen und Ohren berichtet, die jedoch selten einzelnen Substanzen oder Toxinen eindeutig zuzuordnen sind.

Menschen können Cyanobakterien und/oder ihren Cyanotoxinen durch die Nutzung von Gewässern mit hohen Mengen Cyanobakterien ausgesetzt sein – insbesondere bei Freizeitaktivitäten mit intensivem Wasserkontakt – aber auch wenn die Trinkwasserversorgung aus mit Cyanotoxinen belasteten Gewässern erfolgt und die Trinkwasseraufbereitung nicht ausreicht, diese wirksam zu entfernen. Cyanotoxine können ferner in Nahrungsmitteln enthalten sein (z.B. in Fisch aus stark belasteten Gewässern und in Nahrungsergänzungsmitteln aus Cyanobakterien).

Akute (d.h. unmittelbar wirksame) Vergiftungen von Tieren waren in vielen Fällen durch Neurotoxine bedingt, aber auch für Hepatotoxine (Microcystine, Cylindrospermopsine) sind akute Vergiftungen beim Verschlucken großer Mengen an Cyanotoxinen dokumentiert; wahrscheinlicher ist jedoch die Gefahr der Schädigung bei chronischer Exposition mit geringen Konzentrationen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt deshalb einen vorläufigen Richtwert von 1 µg/L für eine der giftigsten Varianten von Microcystin (Microcystin-LR) im Trinkwasser, und für Cylindrospermopsin wird ein Richtwert diskutiert. Für die Neurotoxine aus Cyanobakterien fehlen toxikologische Daten, aus denen Richtwerte abgeleitet werden könnten, weitgehend. Informationen zum Microcystin-LR Richtwert der WHO finden Sie hier: Microcystin-LR

Fallbeispiele