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Hintergrundinformation

Vorkommen von Cyanotoxinen

Innerhalb der Populationen von potentiell toxinproduzierenden Cyanobakterien gibt es in der Regel verschiedene Genotypen: optisch nicht zu unterscheiden, produzieren manche von ihnen Toxine und andere nicht, und darüber hinaus können sich die toxinproduzierenden Genotypen hinsichtlich der synthetisierten Toxine (z.B. verschiedene Microcystinvarianten) als auch der Toxinmengen unterscheiden. Oft scheinen nur wenige Genotypen innerhalb einer Population dominant zu sein, wobei sich die Dominanz bestimmter Genotypen sowohl im Jahresverlauf als auch von Jahr zu Jahr ändern kann: dominiert z.B. ein Genotyp mit hohem Toxingehalt, so führt dies in dem Zeitraum zu einer besonders hohen Relation von Toxin pro Biomasse und damit insgesamt höheren Toxinkonzentrationen trotz ggf. gleichbleibender Cyanobakterienbiomase. Diese Variabilität macht die Vorhersagbarkeit von Toxinkonzentrationen – trotz gewisser Trends (siehe einzelne Toxine) – unmöglich.

Für alle Cyanotoxine gilt daher, dass die Konzentration im Gewässer abhängt von

  • der Biomasse der toxinproduzierenden Gattung,
  • dem Anteil der toxinproduzierenden Genotypen an der Gesamtpopulation und
  • dem Toxingehalt der toxinproduzierenden Genotypen.

Umweltfaktoren modulieren die Toxinkonzentration auf allen drei Ebenen, wobei ihr Einfluss (vor allem der der Phosphorkonzentration) auf der Ebene der Biomasse erfahrungsgemäß am größten ist: je mehr Phosphor in einem Gewässer sind, desto mehr Cyanobakterien und damit Toxine sind zu erwarten.

Microcystine

Nodularine

Cylindrospermopsin

Neurotoxine (ATX-a, ATX-a(s), PSP)

[1] Genotyp

Als Genotyp bezeichnet man die genetische Ausstattung eines Individuums, also seinen individuellen Satz von Genen, den es im Zellkern jeder Körperzelle in sich trägt.